Autor Sepp Mall im Interview

Schüler interviewen den Autor vor der Lesung „Ein Hund kam in die Küche“

 

Im Vorfeld der Lesung des Romans Ein Hund kam in die Küche führten die Schüler Hansi Hacher und Samuel Polleichtner ein Interview mit dem Autor Sepp Mall. Dabei sprachen sie über den Entstehungsprozess des Buches, die Hintergründe der Geschichte und über Malls persönliche Beziehung zum Lesen.

 

Samuel Polleichtner: Herr Mall, wie lange haben Sie an Ihrem Buch Ein Hund kam in die Küche gearbeitet?

Sepp Mall: Insgesamt ungefähr viereinhalb bis fünf Jahre. Allerdings habe ich nicht durchgehend daran geschrieben, weil ich in dieser Zeit auch als Lehrer gearbeitet habe. Manchmal hatte ich eine Woche Zeit zum Schreiben, dann wieder längere Zeit nicht. Gegen Ende kam außerdem noch die Zusammenarbeit mit dem Verlag hinzu, bei der ich gemeinsam mit meiner Lektorin den Text noch einmal überarbeitet habe.

Samuel Polleichtner: Wie viel schreiben Sie ungefähr an einem Tag?

Sepp Mall: Das ist sehr unterschiedlich. Wenn ich mich an den Schreibtisch setze, nehme ich mir meist vor, etwa 2000 Zeichen zu schreiben. Manchmal werden es nur 1000 oder sogar weniger. Es gibt auch Tage, an denen ich hauptsächlich überarbeite und bereits Geschriebenes noch einmal durchlese und verändere.

Samuel Polleichtner: Wie sind Sie auf den Titel Ein Hund kam in die Küche gekommen?

Sepp Mall: Der Titel stammt aus einem Endloslied aus meiner Kindheit. Das beginnt mit den Worten „Ein Hund kam in die Küche und stahl dem Koch ein Ei …“ und am Ende beginnt das Lied wieder von vorne. Dieses Lied taucht auch im Buch auf. Mir hat der Titel sofort gefallen – und auch im Verlag fanden sie ihn sehr passend.

Samuel Polleichtner: Wie sind Sie auf die Figur des Jungen gekommen, der die Geschichte erzählt?

Sepp Mall: Mir war von Anfang an wichtig, dass ein Junge die Geschichte erzählt. Die Hauptfigur Ludi ist zunächst elf Jahre alt. Durch seine kindliche, unschuldige Sicht kann man die Ereignisse dieser Zeit – besonders die Zeit des Nationalsozialismus – anders darstellen, als wenn ein Erwachsener davon erzählen würde.

 

Samuel Polleichtner: Wann haben Sie mit dem Schreiben begonnen?

Sepp Mall: Das Buch ist 2023 erschienen. Wenn man etwa fünf Jahre zurückrechnet, habe ich ungefähr 2018 mit dem Schreiben begonnen.

 

Hansi Hacher: Mit welchen Gedanken haben Sie dieses Buch geschrieben?

Sepp Mall: Als ehemaliger Geschichtslehrer beschäftigt mich sehr, wie wir mit unserer Vergangenheit umgehen. Besonders in Südtirol spielt Geschichte eine große Rolle für das heutige Leben. Ein weiterer wichtiger Gedanke war, an die Kinder zu erinnern, die während der NS-Zeit im Rahmen der sogenannten „Euthanasie“ ermordet wurden. Ich wollte ihnen mit diesem Buch gewissermaßen ein Denkmal setzen. Außerdem hat mich interessiert, wie Kinder mit Trauer umgehen – insbesondere die Hauptfigur Ludi mit dem Verlust seines Bruders

Hansi Hacher: Haben Ihre Bücher etwas miteinander zu tun?

Sepp Mall: Inhaltlich hängen sie nicht direkt zusammen. Es gibt keine gleichen Figuren oder Fortsetzungen. Was viele meiner Romane verbindet, ist jedoch ein historischer Hintergrund. In meinen Geschichten spielt die Zeitgeschichte meist eine wichtige Rolle und beeinflusst das Leben der Figuren.

 

Hansi Hacher: Haben Sie schon als Kind gerne gelesen?

Sepp Mall: Ja, sehr gerne. Ich bin in einem kleinen Dorf aufgewachsen, in dem es eine kleine Pfarrbibliothek gab. Dort habe ich mir schon als Kind regelmäßig Bücher ausgeliehen. Meine Freude am Lesen begann also schon in der Grundschule – und sie hat bis heute angehalten.