„Mach dein Handy nicht zur Waffe!“ – Vortrag sensibilisiert Schüler für Gefahren im Netz

Wie schnell aus einer scheinbar harmlosen Nachricht ein Straftatbestand werden kann, erfuhren die Schülerinnen und Schüler der 7. Und 8. Klassen der Mittelschule Grassau bei einem eindrucksvollen Vortrag von Frau Sauer, Richterin am Amtsgericht und Herrn Baier, Richter am Landgericht. Die beiden Referenten, informierten die Schüler über rechtliche und moralische Konsequenzen unbedachter Handlungen im digitalen Raum.
Ziel der Veranstaltung war es, die Jugendlichen für einen verantwortungsvollen Umgang mit Bildern und Inhalten im Netz zu sensibilisieren. Die Referenten forderten die Schüler dazu auf, sich bei Unklarheiten selbst zwei Fragen zu stellen: Würde ich das selbst wollen? Würde ich mich in der analogen Welt genauso verhalten?


Um die Thematik greifbar zu machen, arbeiteten die Schüler anfangs in Teams und diskutierten die Frage: „Wann wird dein Handy zur Waffe?“ Beispiele waren Erpressung, Cybermobbing, die Verbreitung falscher Nachrichten oder das Teilen privater Fotos.
Anand eines Videos des bekannten YouTubers Falco Punch, zeigten die Referenten, wie wichtig ein sensibler Umgang mit dem Handy ist. Beleidigung, Verleumdung, Betrug, Kinderpornographie oder illegale Downloads – all diese Tatbestände wurden anhand anschaulicher Beispiele thematisiert. Besonders überraschend für viele: Schon das „Liken“ einer beleidigenden Nachricht kann als Straftat gewertet werden.
Auch problematische Symbole und Parolen waren Thema. Viele Jugendliche seien sich gar nicht bewusst, dass die Verbreitung bestimmter Runen oder rassistischer Bildmotive strafrechtlich verfolgt werden kann.


Während des gesamten Vortrags appellierten Frau Sauer und Herr Baier an die Schülerinnen und Schüler, Zivilcourage zu zeigen, nicht wegzusehen und sich schützend and die Seite von Betroffenen zu stellen. Gleichzeitig betonten sie, dass niemand sich selbst in Gefahr bringen müsse. Wichtig sei auch, als Opfer nicht zu schweigen, sondern sich an Vertrauenspersonen zu wenden.
Obwohl manche Fragen der Schüler – etwa warum Vergewaltigungen nicht härter bestraft werden – über das Thema „digitale Straftaten“ hinausgingen, nahmen sich die Referenten die Zeit, diese sachlich und fundiert zu beantworten.
 

Am Ende blieb eine klare Botschaft hängen:
Das Internet vergisst nichts – und ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Handy ist unumgänglich.